Der zehnteTag: Das Hotel fast in Flammen.
04.02.2019: Zehnter Tag:
Zuerst müssen wir einer Bestimmung des Pressegesetzes Rechnung tragen:
Im Blog vom 2.2.2019 schrieben wir, dass bei einen fully licensed Laden ein Stopp unvermeidlich war.
Über mehrheitliche und fast EINstimmige Aufforderung eines einzelnen Reiseteilnehmers ziehen wir diese Behauptung mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Der Stopp war selbstverständlich vermeidbar, wahr ist vielmehr, dass wir ihn nicht vermeiden wollten.
Der heutige Tag begann mit einer Aufregung: Beim Frühstück legte Hr. Prof. Feulner 2 Scheiben Toastbrot in den Kettentoaster und wartete. Eine der beiden Scheiben fiel - wie es sich gehört - auf die Tasse herunter, die zweite Scheibe hatte sich offensichtlich irgendwie in den Klammern verfangen, sodass sie einen zweiten Durchlauf startete, aber an der vorderen Abdeckung innen hängen blieb. Sie wurde weiter und weiter gebräunt, geschwärzt und fing schließlich Feuer. Dieses wurde von einer beherzten Inderin gelöscht, bevor es das Hotel in Brand stecken konnte. Aber trotzdem war nicht mehr daran zu denken, diese Scheibe zu essen.
Und die Moral von der Geschicht:
Geh´ zum Toaster ohne Feuerlöscher nicht.
St. Thomas Kirche oder auch Marthoma Pontifical Shrine mit eine Reliquie des hl. Thomas (ein Knochen aus dem rechten Arm, der aus Ortona in Italien gebracht wurde) ist eine Pilgerkirche am Ufer des Flusses Periyar. Es wird angenommen, dass der Apostel Thomas am 21.November im Jahre 52 hier, an dieser Stelle, gelandet ist und hier auch seine erste Kirche errichtete. Wir wurden unmittelbar nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen waren - unerwartet und nicht verabredet - von einem hier tätigen Priester empfangen und "unter die Fittiche" genommen. Er fühlte sich bemüßigt, uns im Stile der Volksschule zu "unterrichten", z.B. ließ er uns alles, was er sagte, im Chor wiederholen. Erheiternd. Anschließend erteilte er jedem einzelnen von uns den Thomassegen und brachte damit unseren Zeitplan ziemlich durcheinander.
Die Synodalkirche von Diamper ist eine der ältesten Kirchen Indiens, denn die erste Kirche wurde 520 errichtet. Hier wurde auch im Jahre 1599 die Synode von Diamper abgehalten, einberufen vom katholischen Erzbischof Menezes. Auf ihr wurden Beschlüsse zur vollständigen Einordnung der seit apostolischer Zeit in Südindien ansässigen Thomaschristen unter den lateinischen Ritus der katholischen Kirche gefasst. Die Synode bzw. ihre Beschlüsse wurde nie von Rom bestätigt und sie gilt als „Räubersynode“.
Finalpunkt heute war das Fort Kochin, das im 16. Jhdt. von den Portugiesen hier errichtet wurde, und heute einen Stadtteil bildet, unter anderem mit:
1) der St. Francis Kirche, einer der ältesten europäischen Kirchen in Indien. Die Portugiesen gründeten sie im frühen 16. Jhdt. als katholische Kirche, als die Engländer Indien besetzten, wurde sie zu einem anglikanischen Gotteshaus und ist jetzt eine protestantische Kirche. Im Inneren befindet sich der Sarkopharg Vasco da Gamas, der hier 1524 begraben wurde, bevor er 1538 von seinem Sohn nach Lissabon überführt wurde,
2) der jüdischen Paradesi-Synagoge, der ältesten in Indien (erbaut 1568). Sie steht im Herzen des jüdischen Viertels und hat einen sehenswerten Boden aus Fliesen, die Mitte des 18. Jhdts. aus Kanton hierher gebracht wurden. (Die ersten Juden kamen vermutlich bereits im 1. Jhdt. nach Indien).
(das jüdische Viertel)
3) den chinesischen Fischernetzen, wie sie auch bei uns, entlang der Donau, zu finden sind, und
4) dem Basar im jüdischen Viertel.
5) der Besuch eines klassischen indischen Ausdruckstanzes, bei dem die Mimik, Augenstellung und Mudras (symbolische Handgesten) von Bedeutung sind. Von den Tänzern wurden Episoden aus den beiden Großepen Mahabharata und Ramayana dargestellt.
Euer Bloggerteam.
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